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zuletzt aktualisiert: Montag, 26. August 2013 08:45 | von Christian Nier mit Material von SID und Kicker

Neuer Bundesligarekord mit acht Platzverweisen

Acht Platzverweise, fünf Elfmeter und eine Menge Diskussionsstoff: Der 50. Geburtstag der Fußball-Bundesliga war einer der meistdiskutierten Spieltage der Bundesliga-Geschichte.


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Bosnische Backpfeife: Direkt nach seinem Treffer zum 1:0 ließ sich Hoffenheims Sejad Salihovic (re.)zu einer Ohrfeige gegen Freiburgs Julian Schuster hinreißen.

Den unrühmlichen Rekord hatten sich die Spieler und die Schiedsrichter ausgerechnet für den 50. Geburtstag der Fußball-Bundesliga aufgehoben: Acht Profis wurden am Samstag und Sonntag des Feldes verwiesen - so viele Kicker wurden noch nie an einem Bundesligaspieltag vorzeitig zum Duschen geschickt.

Zudem sorgten fünf Elfmeter für Zündstoff. Die Bosse der Unparteiischen können die Kritik an ihren Schützlingen aber nur zu einem kleinen Teil nachvollziehen und wollen (noch) nichts von raueren Sitten in der Eliteklasse wissen.

Krug sieht keinen Trend

"Es hat auch in der Vergangenheit immer wieder Spieltage mit außergewöhnlich vielen Roten Karten gegeben. Einen Trend will ich aus den Vorkommnissen vom Samstag nicht ableiten. Dafür ist die Saison ja auch noch viel zu jung", sagte Hellmut Krug, der Schiedsrichter-Beauftragte der DFL. "In unserer Analyse sind wir zu dem Schluss gekommen, dass nur ein Platzverweis am Samstag überzogen war. Das war die Gelb-Rote Karte beim Spiel in Hoffenheim."

Eben jener ungerechtfertigte Platzverweis durch Tobias Stieler (Hamburg) beim badischen Derby zwischen 1899 Hoffenheim und dem SC Freiburg (3:3) gegen den Freiburger Francis Coquelin (41.) brachte SC-Coach Christian Streich derart auf die Palme, dass er auf die Tribüne verbannt wurde und auch weit nach Schlusspfiff noch völlig außer sich war.

"Diese Regel ist katastrophal, unfair, verrückt"

Ähnlich fühlte sich Trainer Lucien Favre von Borussia Mönchengladbach. Nach dem 2:4 bei Bayer Leverkusen kritisierte der Coach die Regelauslegung bei Handspielen im Strafraum. "Diese Regel ist katastrophal, unfair, verrückt", sagte der Schweizer. Auslöser für Favres Kritik war ein von Felix Brych (München) gegebener Elfmeter, nachdem Ömer Toprak dem Gladbacher Juan Arango von hinten an den Arm geköpft hatte.

Der Gladbacher Sportchef Max Eberl forderte nach der Szene eine Änderung der Regel. "Das große Problem der Schiedsrichter ist, dass sie nicht alles gleich bewerten. Der Elfer gegen uns war Hand, okay, aber dann hätten wir auch einen kriegen müssen", äußerte der Ex-Profi: "Dann wissen alle, auch wenn die Situation noch so komisch war: Hand im Strafraum ist Elfmeter. Dann ist auch egal, aus welcher Entfernung. Und angeschossen gibt es nicht."

Dufner sieht "bedenkliche Entwicklung"

Eberls Kollege Dirk Dufner von Hannover 96 stellte nach dem Spiel gegen Schalke 04 (2:1) mit drei von Bastian Dankert (Rostock) ausgesprochenen Platzverweisen ebenfalls grundsätzliche Fragen. "Mittlerweile ist das eine bedenkliche Entwicklung bei den Roten Karten", sagte Dufner: "Vielleicht muss man nicht immer gleich Rot geben, wenn man Rot geben kann. Vielleicht tut es auch mal Gelb, sonst enden die Spiele künftig immer mit neun Mann gegen acht."

Dieser Argumentation kann Krug allerdings nicht folgen. "Die Roten Karten sind ja nur die Reaktion des Schiedsrichters auf das, was auf dem Spielfeld stattfindet. Sie sind eine Konsequenz dessen, was passiert", sagte der frühere FIFA-Referee.

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