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Blatter deutet Unregelmäßigkeiten bei WM-Vergabe 2006 an

Sepp Blatter
Korruptionsvorwürfe, Rücktrittsforderungen und breites Unverständnis - der Druck auf FIFA-Präsident Joseph Blatter wächst. Am Wochenende sorgte der 76 Jahre alte Sportfunktionär mit Aussagen zu möglichen Ungereimtheiten bei der WM-Vergabe 2006 an Deutschland für weitere Irritationen. "Ich kann die Äußerungen und Andeutungen von Sepp Blatter nicht nachvollziehen", sagte der OK-Chef der WM 2006, Franz Beckenbauer. Auch andere Funktionäre gingen auf Distanz zum FIFA-Präsidenten.
Blatter hatte am Sonntag dem Schweizer "SonntagsBlick" gesagt, dass bei der WM-Vergabe für 2006 "im letzten Moment jemand den Raum verließ. Und man so statt 10 zu 10 bei der Abstimmung ein 10 zu 9 für Deutschland hatte. Ich bin froh, musste ich keinen Stichentscheid fällen. Aber, na ja, es steht plötzlich einer auf und geht. Vielleicht war ich da auch zu gutmütig und zu naiv." Auf die Frage, ob er vermute, dass die WM 2006 an Deutschland gekauft gewesen sei, antwortete der Schweizer: "Nein, ich vermute nicht. Ich stelle fest."
"Er irrt ja schon beim Ergebnis. Es war 12:11 für uns, nicht 10:9. Entscheidend war, dass die acht Europäer geschlossen für uns gestimmt haben", sagte Beckenbauer der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe).
Helmut Sandrock, Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes, sprach von "nebulösen und völlig haltlosen Andeutungen", die den Zweck haben könnten, "von den aktuellen und aktenkundigen Vorgängen ablenken zu wollen". Der frühere DFB-Präsident und aktuelles Mitglied im FIFA-Exekutivkomitee, Theo Zwanziger, sagte sportbild.de, er habe keine Anhaltspunkte, "dass da in irgendeiner Weise etwas schief gelaufen ist". Auch Fedor Radmann, ehemaliger Vizepräsident des Organisationskomitees der Fußball-WM 2006, wies im "Tagesspiegel" (Montagausgabe) die Andeutungen Blatters als "falsch" zurück.
Bei der Vergabe im Juli 2000 war Charles Dempsey das Zünglein an der Waage gewesen. Der Neuseeländer hatte sich kurzfristig der Stimme enthalten und somit den Weg für eine erfolgreiche deutsche Bewerbung freigemacht.
Blatter war bereits in den vergangenen Tagen ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, weil offengelegte Akten in der Affäre um Schmiergeldzahlungen an ranghohe FIFA-Funktionäre dokumentierten, dass er bestens über die Zahlungen informiert gewesen war. Der Präsident des deutschen Ligaverbandes, Reinhard Rauball, forderte Blatter in einem persönlichen Gespräch zum Rücktritt auf. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach erklärte, er sei "erschüttert und geschockt" und fügte hinzu: "Ich habe das bis jetzt nicht glauben können."
Blatter zeigt sich trotzdem nicht amtsmüde - im Gegenteil. Eine erneute Kandidatur als Präsident würde er "nicht ausschließen", sagte er.
Am kommenden Dienstag trifft sich das FIFA-Exekutivkomitee in Zürich und will weitere Reformschritte einleiten. In der Diskussion ist unter anderem eine Amtszeit- und Altersbeschränkung, was mit einer weiteren Präsidentschaft Blatters konterkarieren würde.
Blatter distanzierte sich in dem Interview auch erstmals vom FIFA-Ehrenpräsidenten Joao Havelange, einem der dokumentierten Empfänger von Schmiergeldzahlungen des 2001 pleitegegangenen Sportrechtevermarkters ISL/ISMM. Seine persönliche Meinung sei: "Er muss weg. Er kann nicht Ehrenpräsident bleiben nach diesen Vorfällen."
Der Brasilianer Havelange hatte laut der jüngst veröffentlichten Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug Schmiergelder in Höhe von mindestens rund 1,2 Millionen Euro angenommen. Sein Landsmann Ricardo Teixeira hat demnach "Provisionszahlungen" in Höhe von circa 10,5 Millionen Euro kassiert.
ich empfehle auch nach den reaktionen von bild lesern auf youtube zu suchen, die nach der veröffentlichung eines artikels über das oben genannten thema bei dem damaligen chefredakteur der titanic anriefen.
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